Research & Education

philosophie

Die Ergebnisse sind für die Beteiligten vor allem Er-Lebnisse. Als solche werden sie fest in den Menschen verankert. Diese Form des Lernens ist effektiv und nachhaltig

Seit 1992 bin ich als Dozentin tätig und bringe Menschen aller Altersgruppen die Kunst näher. Als Theaterpädagogin und Regisseurin gehe ich auf die unterschiedlichen und vielfältigen Sichtweisen von Studierenden, Kindern, Lehrern oder Menschen, die ich zufällig oder gezielt anspreche, ein, ohne meinen Blick als Künstlerin zu verlieren. 
Gemeinsam mit den Beteiligten suche ich nach aktuellen Themen und erforsche deren Umstände. Daraus entwickelt sich ein künstlerisches Konzept, das wir mit Bildern,  Tönen, Texten, Filmen oder performativen Aktionen füllen können. Am Ende dieses Schaffensprozesses steht ein künstlerisches Produkt, das für die Beteiligten hautnah und sinnlich erfahrbar wird: Poesie des Alltags.


Nora frei nach H.Ibsen

Performance zum Orange Day - Tag gegen Gewalt an Frauen im Alten Schwurgerichtssaal Aachen

Am 25.11.22 lud die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen, Sabine Bausch, Politik, Justiz, Expertinnen des Zonta Clubs und betroffene Frauen dazu ein, über den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen zu reflektieren. Meine Aufgabe war es, den Abend mit einer einführenden Performance zu eröffnen, bevor die Moderation mit den Gästen – darunter die Familienministerin Josefine Paul und Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen – begann.

Gemeinsam mit der Schauspielerin Juliane Pempelfort und der Tänzerin Anouk Weishaupt entwickelten wir eine Collage aus Ibsens Nora. In nur 15 Minuten verwandelten wir etwas »Unaussprechliches« in die Sprache des Theaters – eine Sprache, die Menschen zu Tränen rührte, ohne sie zu verletzen.

Anschließend öffnete sich der Raum für die Diskussion: die Ministerin, die Oberbürgermeisterin, Expertinnen von Frauenhäusern, Mitglieder des Zonta Clubs, Richter und betroffene Frauen teilten ihre Perspektiven, ihre Erfahrungen und ihre Forderungen nach Veränderung.

Es war ein Abend voller Intensität, Respekt und menschlicher Nähe – ein Abend, der noch lange nachhallen wird.


Recherchen zu aktuellen Themen

"Gesellschaftlich relevante Themen für neue Stückentwicklungen: Mehrsprachigkeit als Normalität und die Angst vor dem Wasser - Erwachsene Nichtschwimmer*innen berichten"

Aktuelle Recherchen
OZ-E-AN

"Der Blick auf die eigene Vielsprachigkeit, bewahrt mich vor Selbstgefälligkeit und dem Glauben die eigene Weltanschauung sei die einzig richtige". Interessanterweise deckt sich diese These mit dem Kern meiner künstlerischen Intension, die von Neugier und Offenheit geprägt ist. Aus Interviews mit mehrsprachigen Familen werden Lieblingswörter, lautmalerische Spiele und Situationen in denen die Sprache gewechselt wird, herausgefiltert und in der OZ-E-AN Bibliothek gesammelt. Vielsprachler:innen können sich weiterhing sehr gerne unter Nicole Erbe melden. Multilinguale Stückeintwicklung in Arbeit.
OZ-E-AN wurde gefördert von: DakuFonds

"Schwimm! - Wenn du kannst"
ist eine Recherche zur Vorbereitung einer Performance über erwachsene Nichtschwimmerinnen. Nicht-Schwimmen-Können heißt möglicherweise zu ertrinken. Frauen und Mädchen sind in einer besonderen Weise davon betroffen. Die Gründe können kultureller, sozialer oder religiöser Art sein. Im Zuge der Schließung vieler Badestätten oder der Aussetzung des Schwimmunterrichts verändert sich das Erlernen dieser Fähigkeit außerdem zum Privileg.
Menschen von 8 bis 80 stellten sich den Fragen nach den ersten Schwimmerfahrungen, um im Anschluss ein Konzept mit Nichtschwimmer*innen zu erarbeiten. Wie ist es dazu gekommen, dass die Gelegenheit verpasst, der Versuch gescheitert oder Schwimmen zu lernen nie für sie vorgesehen war?
In Interview-Duos kommen freischwimmende Kinder ins Gespräch mit betroffenen Frauen für eine dokufiktive Performance am Badesee. Hintergründiges Spaßbaden mit antidiskriminierender Absicht.


Homestories

Lockdown- und jetzt? Wir sitzen zu Hause, schauen raus, Theaterauführungen sind abgesagt, die Schule zu, die Ferien endlos....Aber es gibt eine Idee! Homestories -Monologe  Das ist Theater-Film-Bühne und augmented Reality!

Ein Ferienprojekt mit Jugendlichen, die tiefer ins professionelle Schauspiel und in den Bereich Bühne und Ausstattung einsteigen wollen. Zusammen mit der Bühnenbildnerin Ester van de Pas (s.h auch Blutsbrüder, Krähe und Bär) arbeiteten wir mit ihnen intensiv an Monologen, aus zeitgenössischen und klassischen Theaterstücken. Gemeinsam entwarfen und bauten wir ein Filmset und filmten den jeweiligen Schauspieler. Das Filmset wurde zum Ausstellungsblock umgebaut und mit Fotos aus dem Monologen bestückt. Per App ist es nun möglich die Fotos lebendig werden zu lassen und damit  die kleinen Schau-Spiele zu bewundern. 
Die Ausstellung geht im Herbst auf Tour. Infos demnächst hier.


Schattenlicht

Schattenlicht ist ein Experiment zwischen Tanz, Film und bildender Kunst. Es fordert die Beteiligten zur Reflexion ihrer Selbstwahrnehmung heraus. Wer bin ich? Bin ich mehr als mein Schatten?

In der Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Ludwig Kuckartz entstand eine bildhafte Bearbeitung des Themas -Wer bin ich? Dreißig Jugendliche ließen sich spielerisch auf eine kreative Reise zu sich selbt ein. Die entwickelten Bilder wurden zu Projektionen zusammen gefügt und bildeten das Setting für eine choreographische Schattenperformance. Dieses Projekt fand im Rahmen des Kulturrucksacks Aachen statt.


waldschule

Wie bleibt man nach der Schule befreundet? Nach dem letzten Schultag sehen sich die besten Freunde plötzlich nicht mehr jeden Tag. Das Ende der Freundschaft muss das aber nicht gleich bedeuten. 

Mein letzter Schultag war, zumindest für eine Weile, der beste Tag in meinem Leben. Er bedeutete aber auch: Die fünf, sechs Leute in der Klasse, die ich am meisten mochte, mit denen ich jede Pause verbrachte und bei denen ich die Hausaufgaben abschreiben konnte, die waren plötzlich nicht mehr jeden Tag da. Ebenso die beste Freundin, neben der ich in jedem gemeinsamen Fach saß und die mich als einzige auf dem Klo heulen sehen durfte. In den letzten Sommerferien nach diesem letzten Schultag war es noch einfach, sich am See oder zum Eisessen zu verabreden. So viel Zeit wie in der Schule verbringt man im späteren Leben nicht mehr mit seinen Freunden. Ob man allerdings eine intensive Beziehung aufrecht erhält, hängt für ihn davon ab, ob man sich weiter sieht und in der gleichen Stadt lebt. Und auch davon, wie stark die Bindung ist.
Mit den Schülern der Abschlussklasse der Waldschule schauen wir zurück auf die gemeinsam verbrachte Schulzeit und nach vorne in die Zukunft.


HundeRunde - Recherche

Es heißt, dass man etwas 60-mal tun muss, bevor es zur Gewohnheit wird. Man sagt auch, dass Gewohnheiten glücklich machen. 

Hunde haben Sie. Hundehalter und normaler Zweibeiner aber auch: Ihre einstudierten Muster. Denn ob Mensch oder Hund, wir alle sind Gewohnheitstiere.
Diese Gewohnheiten wollte ich erforschen, hinterfrage und vielleicht auch genau das Gegenteil von dem erleben, was den Gewohnheiten entspricht - doch wie funktioniert das? 

Also bin ich 60 Tage lang, immer ab 6.30 Uhr durch den Wald gelaufen, immer die gleiche Strecke, mit immer wiederkehrenden Aktionen, bis es sich wie Routine anfühlte.

Nach ein paar Wochen kam Schauspielerin Evelyne Verhellen aus Gent dazu. Mit Flöte und Saxophon brach sie meine Routine und auch die von anderen Spaziergängern. Um unsere Erlebnisse festzuhalten, ergänzte Foto- und Videografin Jeanne Weishaupt unsere Gruppe. Gemeinsam erschufen wir Routinen, veränderten diese und kamen mit anderen Wald- und Wiesenbesuchern ins Gespräch.

60 Tage später kenne ich viele Menschen und Hunde. Unsere Gewohnheiten haben sich gekreuzt. Und ich frage mich, ob Gewohnheit auch etwas mit „Wohnen“ und „Zuhause“ zu tun hat. 

Unsere gesammelten Eindrücke präsentierten wir am 23. November in Hauset mit dem HundeRunde-Film. Die zahlreichen Besucher wurden von Evelyne Verhellen mit ihrem Saxophon begrüßt, bevor im gemütlichen Foyer der Mehrzweckhalle der Kurzfilm über die Recherchen gezeigt wurde, der für einige Lacher sorgte und beim anschließenden Kaffee und Kuchen reichlich Anlass für Gespräche bot. Dank der Fotografien von Jeanne Weishaupt können wir uns nun an einen fröhlichen, entspannten und inspirierenden Abend mit vielen HundeRunde-Begeisterten erinnern.

Aufgrund des großen Erfolges im letzten Jahr haben wir uns entschieden, ein weiteres Mal den HundeRunde-Film vorzustellen. Dazu laden wir euch herzlich ein, am Sonntag, den 16.02.2025, um 16 Uhr gemeinsam mit uns bei KuKuK an der Grenze zusammenzukommen und die gesammelten Rechercheeindrücke zu feiern.

Weitere Informationen sowie die Anmeldung findet ihr hier.

Ein Abschluss nach 60 spannenden Tagen, mit ungewöhnlichen Begegnungen und viel frischer Luft, bevor es nächsten Sommer auf die humorvoll-poetischen Theaterspaziergänge entlang des Grenzgebiets geht.

Wir freuen uns auf euch!

 

 

 


Choreographie und Film

"Es gibt viele Gründe zu tanzen! 30 Schüler*innen aus Herzogenrath wissen warum. 

2016 bewirbt sich Maastricht gemeinsam mit zehn Partnern aus der Euregio als Kulturhauptstadt 2018. Zahlreiche gemeinsame Kunstaktionen zeigen die Vielfalt der Region in ihrer Bewerbung. Ein Höhepunkt ist ein Fest mit 3000 Menschen im Stadion von Maastricht. Zu diesem Anlass entstand unter anderem dieser Film über die dort gezeigten Choreographien.