Papercut Music

Film-Music

Die Papercut Filme "Legionäre" werden neu vertont. Der Komponist Christian Klinkenberg entwickelt eine microtonale Filmmusik, die er als grafische Videopartitur dem Orchester zur Verfügung stellt. Premiere, zu sehen und zu hören anlässlich der Belgium Music Days 13.März.22 

Regie, Konzept, Cut-Out-Animation: Nicole Erbe
Papercut: Dorthe Goeden
Komposition: Christian Klinkenberg
Grafische Partitur: Jeanne Weishaupt

Premiere 13. März, 20h mit dem Ensemble STYX,
Alter Schlachthof Eupen
Belgium Music Days:  Triptychon
Ensemble STYX

Nächster Termin: 9/10/11.Mai 2022
7th international Conference on Technologies for Music Notation an Representation TENOR, Marseille


Papercut / Cut-Out Animation / Music

Drei Künstler: Drei Künste

Renate Puvogel über die Künstlerin Dorthe Goeden
Fülle und Leere
....Goeden reagiert nie direkt auf Zeitgeschichtliches, gar Politisches, wie man es etwa von den Schattenfiguren der Kara Walker und von William Kentridge oder auch von den Metallreliefs von Andrea Browers kennt, auch will sie nicht erzählen. Dennoch ist eine gewisse Nähe zur theatralischen Bühnengestaltung spürbar. Breite Wandarbeiten lassen an einen Bühnenvorhang denken, zumal die collageartig übereinander liegenden Schichten immer mit ihrer Doppelrolle von Verbergen und Enthüllen spielen. Auf Grund der ornamentalen Fernwirkung großformatiger Arbeiten hat man Goeden überdies auch längst für Wandarbeiten im öffentlichen Raum umworben.

PaperCut Films Entstehungsgeschichte von Regisseurin Nicole Erbe
Bildende Kunst – Trickfilm – Komposition – Grafische Video-Partitur

Während des Lockdowns fand ich die Kunstwerk-Reste der Bildenden Künstlerin Dorthe Goeden in meinem Briefkasten. Die Negativ Formen ihrer Scherenschnitte zu animieren, war schon seit über 10 Jahren eine Idee, die mich faszinierte, da ich in ihnen vielfältige Figuren mit verborgenem Eigenleben sah. Die Übersetzung meiner Regietätigkeit von der 3-D Bühne auf die 2D Bühne meines Schreibtisches, erhielt den Titel Cut! Theater in der 2. Dimension. Die enstandenen Filme tragen den Titel PaperCut-Films.

PaperCut-Films entstanden aus der Idee, schwarze oder weiße Papierstücke, die aus den bis zu 9m großen, abstrakten Werken herausfallen zu surrealen Figuren und märchenhaften Szenenbildern zusammenzufügen und filmisch zu beleben.
Die Überprüfung der szenischen Idee, findet über das Animieren der Papier-Spieler per Stop Trick statt. Dieses Mittel besticht durch seine Einfachheit. Der Fokus lässt sich präzise bestimmen und die Logik der Handlung wird unmittelbar erkennbar. Dabei arbeite ich ausschließlich mit natürlichem Licht und lasse die Zufälligkeit des Tageslichts einfließen. Das Setting behält dabei seine Unvollkommenheit im Stil eines klassischen Stummfilms und der Klarheit eines poetischen Raumes.
Dabei kommt es vor, dass sich eine Papierfigur nicht in der Art bewegen lässt, wie ich es von ihr erwarte und damit eine neue Richtung vorgibt. Darauf zu reagieren ist ein ausgesprochen spannender Prozess. Hinzu kommt meine Vorgabe, die Papierreste in ihrer Form nicht anzutasten, oder gar neue Figuren selbst zu schneiden.
Seit einem Jahr entstehen aus der anfänglichen Recherche eine Vielzahl von Scherenschnittfilmen. Vom „Hexeneinmaleins“ über den 30 minütigen Kurzfilm „Kalif Storch“, entwickelt sich das kleine schwarz-weiß Format der Filmexperimente weiter und bietet einen interessanten Pool für die Zusammenarbeit mit anderen Künsten, wie zum Beispiel der Musik.

Der Komponist Christian Klinkenberg schreibt auf der Basis von drei neuen Papercut Filmen aus der Kurzfilmreihe "Die Legionäre" eine microtonale Filmmusik und notiert diese graphisch als Videofilm. Seine Form der Notation, die in der Zusammenarbeit bei den Opern The Glacier und Das Kreuz der Verlobten zu hören und zu sehen war, ist sehr besonders.
Die Video-Partituren werden von Jeanne Weishaupt grafisch bearbeitet und dem Orchester als Filmpartitur zur Interpretation gereicht.

Premiere anlässlich der Belgium Music Days am 13.März.22 im Alten Schlachthof Eupen unter dem Titel Triptychon.